Heiliges Land oder Israel?

Heiliges Land oder Israel?

IsraelGelegentlich höre ich, wie Katholiken über eine Pilgerreise ins Heilige Land reden, und ich muß zugeben, daß mich etwas dabei etwas irritiert. "Warum sollte das einen irritieren?" könnte man fragen, "Was ist dabei, wenn Katholiken das Land Jesu und die Wiege ihres Glaubens besuchen?" 

Natürlich ist nichts falsch daran, wenn Katholiken das Land Jesu besuchen. Ganz im Gegenteil, nachdem ich dort acht Jahre lang gelebt habe und weiss wie sehr dieses faszinierende Land ein Leben verändern kann, kann ich nur jedem zu einer solchen Pilgerreise raten. 

Die Wortwahl ist es, die mich irritiert. Fast immer wenn Katholiken über eine Reise in das Land der Bibel sprechen, nennen sie es  das" heilige Land" und nur selten "Israel". Ein Freund von mir schrieb kürzlich einen Artikel über seine eigene Pilgerreise, und nachdem ich seine ansonsten sehr ergreifende Schilderung gelesen hatte ist mir aufgefallen, daß der Name des Landes das er besuchte, nämlich Israel, in dem gesamten Bericht kein einziges Mal vorkam.

Warum ist dies von Bedeutung, könnte man fragen?

Zuerst einmal ist das Land der Bibel und Jesu ein wirkliches Land - eine echte Nation mit einem echten Namen, und dieser Name ist nicht das heilige Land, nicht Palestina sondern Israel. Ich bin mir bewußt, daß dies ein politisch geladenes Thema ist (welches wir woanders ansprechen werden), aber dennoch ist es eine Tatsache.

Israel beim seinem Namen zu nennen bedeutet nicht, daß man eine politische Position im Nahostkonflikt einnimmt oder Partei ergreift. Vielmehr geht es hier um unsere eigenen biblischen Wurzeln und unsere eigene Identität. Raten Sie mal welcher Name öfters in der heiligen Schrift vorkommt? Eine schnelle Suche kommt zu folgenden Ergebnissen:

Palestina:                   0 x erwähnt
Heiliges Land:             1 x erwähnt             (Zech 2:12)
Israel:                        2,787 x erwähnt      (2,489 x  im AT; 228 in den Büchern Mose; 70 x im NT)

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich habe kein Problem mit dem "heiligen Land". Man kann nicht leugnen, daß Israel ein besonders heiliges Land ist, denn es ist der Schauplatz aller großen Momente der Heilsgeschichte. Aber warum fällt es den meisten Katholiken so schwer Israel beim Namen zu nennen, wenn die Bibel, unsere Wurzeln, unsere Überlieferungen und unser Glaube voll von Israel sind?.  

Denken Sie einen Moment mal darüber nach, wer der Ursprung des Wortes ist. Nach der heiligen Schrift hat Gott selber diesen Namen ausgewählt, als er dem Patriarchen Jakob den Namen "Israel" gab und ihn gleich in Verbindung mit dem Land zwischen dem Mittelmeer und dem Fluß Jordan brachte (Gen 35: 10-12). Jakobs Familie, "die Kinder Israels" gingen hinab nach Ägypten (46:1-27), und nachdem sie sich stark vermehrt hatten und eine lange und bittere Erfahrung der Sklaverei gemacht hatten, wurden sie von Moses befreit und zu dem Land geführt, daß Gott ihnen verheißen hat, "ein Land wo Milch und Honig fließt" (Ex 3:8) welches zum Erez Israel - dem Land Israel wurde. Die Kinder Israel betraten das verheißene Land unter der Führung von Joshua. Dort wurde das große Königreich Israel unter König David errichtet, mit Jerusalem als Hauptstadt. Von den Patriarchen bis zur Sklaverei in Ägypten zur Eroberung Kanaans und dem davidischen Königreich, dem babylonischen Exil und der Rückkehr nach Juda bis hin zur Zeit Jesu lesen wir über die Bundesbeziehung Gottes mit dem Volk und dem Land Israel.

Auch im Neuen Testament ist dies nicht anders. Das Heimatland Jesus wird immer noch das "Land Israel" genannt (siehe Mt 2:20-21) oder "Israel" (siehe Lk 7:9), und das Volk Jesu, die Juden sind das "Volk Israel" (siehe Apg 4:10), das “Haus Israel” (siehe Mat 15:24) oder einfach “Israel” (siehe Joh 1:31; Apg 1:6).  (Es ist anachronistisch und nicht richtig, das Land Jesu "Palästina" zu nennen, denn es war nicht vor 132 A.D. daß Kaiser Hadrian die Provinz Judea in "Syria Palestina" umbenannte, um die Region zu entjudaisieren.)

Der Name "Palästina"  kommt ürsprünglich von den Philistern, einem aegaischen Seefahrervolk, das im 12. Jahrhundert  vor Christus entlang der Mittelmeerküste in der Ebene, die heute zu Israel und dem Gazastreifen gehört, sidelte. In der Bibel ist diese Gegend als Pleschet bekannt. (Gen 10:13). Das Land der Philister war ein Zusammenschluß von fünf Stadtstaaten: Gaza, Aschkelon, Aschdod an der Küste und Ekron und Gat im Binnenland. Nachdem die Römer den Bar Kochba Aufstand im Jahr 132 A.D. niedergeschlagen hatten gewannen sie die Herrschaft über Jerusalem und Judea. Drei Jahre später wurde Jerusalem gemäß  gängiger römischer Vorgehensweise  "mit dem Joch eines Ochsen umgepflügt" und in Aelia Capitolina umgenannt. Judea (heute der südliche Teil des Westjordanlands) wurde in Palaestina umbenannt mit dem Ziel, die jüdische Identifikation mit dem Land Israel aufzulösen.Das Arabische Wort "Filastin" leitet sich von diesem lateinischen Namen ab.

Hinzu kommt, daß nicht allein das Land Jesu und sein Volk mit Israel identifiziert werden. Gott selbst ist der "Gott Israels" ( 203 Mal in der Bibel) und der "König Israels".(siehe Jes. 44:6; Zeph 3:15), im Neuen Testament trägt Jesus selbst diesen letzten Titel (Joh. 1:49; 12:13).  

Sicherlich ist Israel -das Land und das Volk- ein integraler Bestandteil unseres biblischen und geistigen Erbe als Katholiken, denn der Name Israel ist untrennbar mit der wirklichen Identität Gottes verbunden und mit dem Bund den er mit seinem Volk geschlossen hat. Aber eine Frage bleibt offen? Warum nun dieser Widerwille unter den Katholiken Israel bei seinem Namen zu nennen?

Ohne Zweifel ist das Vorziehen der Bezeichnung "heiliges Land" über Israel zumeist eine Sache der Gewohnheit, ohne große theologische Reflexion über die Begriffswahl. Katholische Pilgerfahrten werden routinemäßg als "Reisen ins Heilige Land" angeboten, dies ist der Standartbegriff den die meisten Katholiken zu hören gewohnt sind, und so nennen sie Israel gewohnheitsmäßig "Heiliges Land".

Nachdem ich all dies gesagt habe vermute ich aber, daß hinter dieser harmlosen Wortwahl eine viel grundliegendere und weitverbreitetere Problematik verborgen ist.

Es scheint hier in der Vorstellung der meisten Katholiken eine Gegensätzlichkeit, oder in den Worten von C.S. Lewis eine "Große Scheidung" zwischen dem Israel der Bibel und dem Israel von heute zu geben. Auf der einen Seite gibt es das alte Land Israel von dem wir in der Bibel lesen. Auf der anderen Seite aber gibt es das "heilige Land" - eine Art wundervollem Freilichtmuseum wo wir hingehen können um die alte Wiege unseres Glaubens zu besuchen..Und dann- und an diesem Punkt verwandelt sich der Pilgerenthusiasmus in eine unangenehme Peinlichkeit -dann gibt es da noch den sinnlosen Konflikt zwischen Israel und Palästina und es ist so verdrießlich daß er augerechnet hier im Heiligen Land - unter allen Orten in der Welt- wütet.Ganz gewiss hat der moderne, durcheinandergeworfene, sekuläre Staat Israel nichts mit der glorreichen und heiligen Wiege unseres Glaubens gemeinsam, wo Jesus lebte und lehrte?

Oder doch?   Besteht keine echte Verbindung zwischen Israel damals und heute?

– “Sicher,” werden Sie sagen, “Damals war Israel das Volk Gottes.  Aber dann kam Christus und die Juden lehnten ihn ab und so gründete er ein neues Volk, die Kirche, die nun das "Neue Israel" ist. Jetzt sind die Verheißungen Gottes spirituell; sie sind nicht mehr materiell und eine Sache wo es um Land und Politik geht." 

– Hier wird die Unterscheidung zwischen dem Israel der Bibel und dem modernen Israel mit der alten Vorstellung des Superzessionismus d.h. der Ersatztheologie begründet. Diese Theorie nimmt an, daß, weil die meisten Juden Jesus ablehnten, Gott sie "enterbt" hat und durch die Kirche ersetzt hat, die jetzt das "neue" und "wahre" Israel ist. Demzufolge hat das "alte Israel" (oder das jüdische Volk) keine weitere Rolle in der Heilsgeschichte zu spielen und auch die historische Verbindung der Juden mit dem Land ist heute eine veraltete Begebenheit aus der Vergangenheit mit keiner Bedeutung für die Gegenwart.

– So ungefähr sieht es also aus.

– Das Problem hier ist, daß die Kirche diese Interpretation ablehnt. In den Worten des Hl. Paulus lehrt die Kirche, daß die Kirche ihren Bund mit dem jüdischen Volk nie aufgelöst hat, denn dieser Bund ist immerwährend: "Nichtsdestoweniger sind die Juden nach dem Zeugnis der Apostel immer noch von Gott geliebt um der Väter willen; sind doch seine Gnadengaben und seine Berufung unwiderruflich" (11). (Vatikan II Erklärung Nostra Aetate 4; siehe auch Katechismus der katholischen Kirche 839, Röm. 11:29).  [Dies bedeutet nicht, daß dieser Bund sie ohne Jesus retten kann. Hierzu auch Was ist die Theologie der zwei Bündnisse?]

– Hmm, gut, O.K. also scheint sich Gott immer noch um die Juden zu sorgen. Aber dies bedeutet nicht, daß das Land Israel immer noch eine Bedeutung hat. Wenn die Kirche das neue Gottesvolk ist und das "neue Israel", dann fühle ich mich unwohl dabei, Israel beim Namen zu nennen. Aber: Wie kann es zwei Israels geben? Ist das nicht ein bischen schitzophren? Ist nicht auch der neue Bund ein geistiger Bund, kein materieller? Was kümmert einen das Land?

– Die Kirche hat die Ersatztheologie für falsch erklärt und den Bund Gottes mit den Juden als unwiderruflich und auch heute noch als gültig erklärt. Aber wie kann man den göttlichen Bund von der Verheißung des Landes trennen? Jedes Mal wenn Gott seinen Bund mit den Kindern Abrahams in der Bibel bestätigt, fügt er hinzu daß Erez Israel das Zeichen und die Garantie dieses Bundes ist (siehe.Gen 13:14-17; 17:5-8; 26:3-4; 35:10-12; 50:24; Ex 32:13; Deut 1:8).  Wie kann man da sagen, daß Gottes Bund mit dem Volk Israel gültig ist und im gleichen Atemzug behaupten, daß das Land Israel keine Bedeutung mehr hat?  Nun, DAS ist schizophren! Das wäre als wenn ein Mann eine Frau heiraten würde aber sich weigern würde mit ihr zu leben und Kinder mit ihr zu haben. Die  Essenz der Ehe ist ist die Liebesvereinigung der Ehepartner und die Zeugung der Kinder. Wenn man dies wegläßt, bleibt nur noch ein Zerrbild der Ehe zurück, das inhaltlos ist.  Mit Gottes Bund mit Israel ist es das Gleiche. Man kann nicht sagen, daß der Bund immer noch gültig ist und gleichzeitig seine Substanz leugnen. 

– Sie scheinen zu behaupten, daß Gottes Bund mit dem jüdischen Volk keinen Sinn macht ohne daß man das Land Israel mit in Betracht zieht. Aber das moderne Israel ist ein sekuläres Gebilde welches auf Ungerechtigkeit begründet ist. Schauen Sie sich doch mal an, was sie mit den Palästinensern machen!

– Lassen wir die Frage danach, wer in dem Konflikt die moralischen Vorrangstellunge innehat und die vielen unausgewogenen Meinungen, die Israel als den bösen Aggressor und die Palästinenser als die unschuldigen Unterdrückten darstellen beiseite. Lassen wir auch die permanente, existentielle Bedrohung, der der Staat Israel seit seiner Gründung ausgesetzt ist beiseite. Lassen wir zu, daß Israel einiges an Unrecht gegen die Palästinenser begangen hat und daß es viele Dinge in der israelischen Gesellschaft gibt, die falsch und sündhaft sind.Ohne Zweifel, über solche Dinge sollte man niemals hinwegsehen und wir sollten immer für Wiederherstellung, Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden beten woimmer Unrecht geschehen ist. Wir wollen Gerechtigkeit und Würde für die Palästinenser und Frieden und Versöhnung zwischen beiden Völkern. Aber seit wann hebt menschliche Sünde die Auserwählung Gottes, seinen Bund und seine Verheißungen auf? Wenn dies so wäre, hätte die Kirche schon vor langer Zeit aufgehört zu existieren, denn ihre Geschichte mangelt auch nicht an Sünden, Untreue, Ungerechtigkeiten, Korruption, Kriegen und ich könnte hier noch fortfahren.  Die Tatsache, daß Israel gefehlt hat und auch heute noch sündigt bedeutet keinenfalls, daß Gott ihre Erwählung und seinen Bund mit Ihnen auflöst, denn es ist Ausdruck seiner tiefsten Natur sogar inmitten von menschlicher Sünde und Verfehlung treu zu bleiben.

Im Alten Testament verspricht Gott Israel für seine Sünden zu bestrafen und der Gipfel dieser Strafe Gottes ist das Exil. Aber auch wenn Israel elendig scheitert bleibt Gottes Treue zu seinem Bund stärker als alle Sünde Israels. Gottes Bund mit seinem Volk, mit Eretz Israel als dazugehörigem Siegel und Garantie ist bedingungslos und unveränderbar, so wie der Bund den er mit dem Tag und der Nacht und mit dem Himmel und der Erde.(Jer 33:25-26).  Er wurde auch durch den neuen Bund niemals aufgelöst. Auch wenn Israel große Sünden begeht, bleibt Gottes Bund mit ihnen stark. Auch wenn ihre Treulosigkeit die Strafe Gottes und Exil mit sich bringt, bleibt Gottes Bund mit Israel unverändert bestehen. Er versprach es ihren Vorfahren und wird seinen Geist auf sie gießen und ihnen ein neues Herz geben. ( Deut 30:1-6; Jes. 11:2; 14:1; 43:5-6; 49:12; Jer 3:16-18; 16:14-16; 32:41; Ezek 11:17-20; 36-37; Amos 9:14-15).  Weist die Prophetie das Israel den Geist Gottes und ein neues Herz empfängt nicht auf ihre Begegnung mit dem Messias der gekommen ist um den heiligen Geist zu spenden? Und kann es sein, daß wir die Erfüllung dieser Verheissung gegenwärtig vor unseren eigenen Augen sehen können? 

Erlauben Sie mir, meine eigenen Eindrücke meiner Pilgerreise ins Heilige Land mit ihnen zu teilen. Mein erster Besuch war 1997. Ich war ein frischer Konvertit, zu der Zeit ein Christ der zu einer Freikirche gehörte. Nach meiner Bekehrung habe ich die heilige Schrift sehr gründlich gelesen und ich habe nicht lange gebraucht um festzustellen, daß alle Begebenheiten der Heilsgeschichte von Abraham bis zu Jesus und seinen Aposteln von denen in der Bibel berichtet wird sich um das Land und das Volk Israel drehten. Deshalb entschloss ich mich nach Israel aufzubrechen und die Geschichte wieder aufzusuchen und die Orte an denen Jesus lebte, die Hügel Gallileas wo er seine Wunder wirkte und die Straßen Jerusalems wo er lehrte sowie auch den Hügel wo er gekreuzigt, begraben und auferstanden ist.

All dies war wirklich fabelhaft. Aber ich entdeckte noch viel mehr. Ich stellte fest, daß wie sehr die Geschichte Israel einzigartig und faszinierend ist und uns Christen die Bibel lebendig macht, um so mehr hat seine Rolle in Gottes Plan nicht mit der letzten Bibelseite aufgehört. Ich habe festgestellt, dass wir wenn wir Israel besuchen nicht einfach nur ein biblisches Museum betreten oder in eine Zeitmaschiene gehen, die uns 2000 Jahre zurückbringt, sondern ich konnte mit eigenen Augen feststellen, wie sich das Wort Gottes unter seinem Volk auch heute noch erfüllt. In Israel kann man aus erster Hand die andauernde Treue des Gottes Israels mit seinem Liebesbund für sein auserwähltes Volk erfahren, welche sich in unserer Mitte manifestiert.

Seit 1947/8 sind wir Zeugen der wundersamen Widergeburt des Staates Israel und der Rückkehr von Gottes auserwählten Volk in das seinen Vorvätern verheißene Land geworden.1967 erhielten die Juden zum ersten Mal nach mehr als zweitausend Jahren wieder volle Soveränität über Jerusalem. In diesem Jahr entstand auch die messianisch jüdischen Bewegung, heute die größtanwachsenste jüdisch-christliche Bewegung seit dem ersten Jahrhundert der Kirche. Die Auferstehung der Kirche der Beschneidung ist auch in dem Entstehen der hebräisch-katholischen Gemeinden zu erkennen. 

Die Offenbarung Gottes sagt uns, daß das zweite Kommen Christi "hängt zu jedem Zeitpunkt der Geschichte davon ab, daß er von „ganz Israel" (Röm 11,26) [Vgl. Mt 23,39; Lk 21,24] anerkannt wird (KKK 674).  Jesus selber wies darauf hin, daß nach einer langen Zeitspanne der Besetzung durch die Heiden, Jerusalem wieder in jüdischer Hand seien würde. (Lk 21:24: “Jerusalem wird von den Heiden zertreten werden, bis sich die Zeit der Heiden erfüllt hat."). Können wir Katholiken ernsthaft glauben, daß die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Land Israel - das Land das Gott seinen Vorfahren verheissen hat - bloß ein historischer Zufall ist, ohne Bezug auf die Verheißungen Gottes, oder wagen wir in diesen einmaligen Geschehenissen zu sehen, wie vor unseren Augen und in unseren Tagen etwas Größeres geschieht? 

Besuchen Sie das Heilige Land auf jeden Fall. Erleben sie die heiligen Stätten und die Athmosphäre vor Ort. Gehen Sie dorthin wo Jesus geboren wurde, wo er lebte, gestorben ist und wo er auferstand. Aber wenn Sie sich die Ereignisse der Vergagenheit vergegenwärtigen, halten Sie Ihre Augen und Ihr Herz offen für das Geheimnis von Gottes Tun unter seinem Volk in der Gegenwart und in der Zukunft. Wagen sie es über den Konflikt, die menschlichen Schwächen, die Sündhaftigkeit und den Schmerz die das Heilige Land bedrängen hinauszusehen. Erinnern Sie sich daran, daß das heilige Land heilig ist weil es Israel ist. Es ist heilig denn es trägt den Namen unseres Gottes, des Gottes Israels.

“ Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! / Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen;
er hat uns einen starken Retter erweckt / im Hause seines Knechtes David.
So hat er verheißen von alters her / durch den Mund seiner heiligen Propheten.
Er hat uns errettet vor unseren Feinden / und aus der Hand aller, die uns hassen;
er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet / und an seinen heiligen Bund gedacht,
an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat; /
er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, / ihm furchtlos dienen
in Heiligkeit und Gerechtigkeit / vor seinem Angesicht all unsere Tage." (Lk 1:68-75)