Stiftung macht weitere Funde, die bezeugen, dass Pius in keiner Weise Hitlers Papst war

NEW YORK, 13. März, 2012 (ZENIT.org). - Den Äußerungen einer Organisation zufolge, die sich mit der Untersuchung des geschichtlichen Verhältnisses zwischen Pius XII. und den Juden befasst, weist eine Reihe von Dokumenten, die vor kurzem entdeckt worden sind, darauf hin, dass Erzbischof Eugenio Pacelli (vor seiner Wahl zum Papst) nach einem gewissen Muster direkt tätig wurde, was in der Gründung des modernen Staates Israel gipfelten.

Pope Pius XIIDie in New York ansässige „Pave the Way Foundation“ ("Ebnet-den-Weg-Stiftung") erklärte, dass Erzbischof Eugenio Pacelli 1917 den Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Nahum Sokolow, traf und für ihn einen Gesprächstermin mit Papst Benedikt XV. arrangierte, um über das Projekt eines jüdischen Heimatstaats zu sprechen. Am 12. Mai 1917 schrieb Nahum Sokolow in leidenschaftlichen Worten einen Bericht über seine Audienz:

„Ich wurde zunächst von Msgr. Eugenio Pacelli, dem Sekretär für Außerordentliche Angelegenheiten, empfangen, und wenige Tage später hatte ich ein langes Gespräch mit dem Staatssekretär, Kardinal Gasparri. Beide Treffen verliefen in einer außerordentlich freundlichen und positiven Atmosphäre. Ich neige nicht zur Gutgläubigkeit oder zu Übertreibungen, und dennoch muss ich betonen, dass dies ein außerordentliches Maß an freundschaftlicher Einstellung offenbarte: Einem Juden und Stellvertreter des Zionismus so schnell eine Privataudienz zu gewähren, die so lange dauerte, von so viel Wärme erfüllt war und bei der keinerlei Sympathiebekundung fehlte, sowohl gegenüber den Juden im Allgemeinen, als auch für die Sache des Zionismus im Besonderen, beweist, dass wir von Seiten des Vatikans keine unüberwindlichen Hindernisse zu erwarten haben. Der Papst stellte mir die Frage, ‚Eugenio Pacelli berichtete mir von Ihrer Mission; möchten Sie mit mir noch mehr ins Details gehen?‘ “ (Akte A 18/25 im Hauptarchiv von Yad Vashem)

In einer Erklärung der Stiftung „Pave the Way“ heißt es weiterhin: Am 15. November 1917 reagierte Nuntius Eugenio Pacelli auf eine dringende Bitte der Jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz, sich für diese zu verwenden, denn sie befürchtete, dass es von Seiten der Ottomanen zu einem Massaker an Juden aus Palästina kommen würde. Eugenio Pacelli wandte sich an die deutsche Regierung, die mit den türkischen Ottomanen militärisch verbündet war, und bat um Schutz für die Juden aus Palästina. Eugenio Pacelli hatte Erfolg und erhielt das Versprechen, dass die deutsche Regierung die Juden in Schutz nehmen würde, „wenn nötig, mit Waffengewalt“.

Am 15. Februar 1925 hatte Eugenio Pacelli wieder ein Gespräch mit Nahum Sokolow und arrangierte für ihn eine weitere Begegnung mit Kardinal Pietro Gasparri zum Thema eines jüdischen Heimatstaates in Palästina. 1926 empfahl Eugenio Pacelli allen deutschen Katholiken, der Bewegung für Palästina, die über so bemerkenswerte Mitglieder wie Albert Einstein, Thomas Mann, Konrad Adenauer und Msgr. Ludwig Kaas verfügte, beizutreten.

Weiterhin erfuhr die Stiftung von der Existenz eines sehr interessanten, noch unveröffentlichten Dokuments, aus dem die Haltung Pius XII. zu einem jüdischen Heimatstaat hervorgehen könnte. Dem allgemeinen Dafürhalten im Staatssekretariat widersetzte sich Pius XII. 1944 mit einer Antwort auf Monsignore Domenico Tardinis schriftlicher Warnung vor der Unterstützung der Juden bei der Gründung eines Heimatstaates. Pius XII. schrieb mit eigener Hand: „Die Juden brauchen ein eigenes Land.“ Dieses Dokument befindet sich in der geschlossenen Abteilung der Vatikanischen Bibliothek und wird so lange nicht zugänglich sein wie die Archive nicht vollständig geöffnet werden.

Ferner erklärte die Stiftung, dass Forscher ebenso die Rede entdeckt haben, die Pius XII. 1946 vor einer arabischen Delegation gehalten hat, die nach Rom gekommen war, um den Papst von seiner Unterstützung eines jüdischen Heimatstaats in Palästina abzubringen. Pius XII. beendete die Begegnung und hinterließ die arabische Delegation tief enttäuscht, indem er deutlich bekräftigte, „Wir verurteilen jede Anwendung von Waffen und Gewalt, von wo immer sie ausgehen mag, wie wir in der Vergangenheit auch mehrere Male die Verfolgung verurteilt haben, die aufgrund des fanatischen Antisemitismus über das jüdische Volk hereingebrochen ist.”

Den Untersuchungen der Raoul-Wallenberg-Stiftung zufolge war Pius XII. derjenige, der für die katholischen Mitgliederstaaten der Vereinten Nationen „den Weg ebnete“, um im November 1947 einer Teilung Palästinas zuzustimmen. Man habe Nachrichtenartikel gefunden, die darüber berichten, dass der Vatikan 1955 Spanien ermutigt hat, den jüdischen Staat anzuerkennen.

Elliot Hershberg, der Direktor der Stiftung „Pave the Way“, stellte fest: „Unsere Nachforschungen haben ergeben, dass Papst Pius XII. positives Verhältnis zum jüdischen Volk in Eugenio Pacellis Jugend mit der engen Freundschaft begann, die ihn als Kind mit einem orthodoxen jüdischen Jungen namens Guido Mendes verband. Eugenio Pacelli pflegte an Sabbatmalen teilzunehmen, er lernte, die hebräische Schrift zu lesen und hat sich die Bücher der großen rabbinischen Gelehrten ausgeliehen. Die Dokumente, die wir gefunden haben, lassen Eugenio Pacellis häufige Vermittlertätigkeit erkennen, deren Ziel es war, das Leben von Juden zu retten und jüdische Traditionen zu schützen. Dieses Beweismaterial straft Anschuldigungen Lügen, wonach Eugenio Pacelli auch nur in irgendeiner Weise antisemitisch eingestellt gewesen wäre, was von verschiedenen Historikern als Tatsache dargestellt worden ist.“

Hierzu meinte Gary Krupp, der Präsident der Stiftung "Pave the Way": „Ziel der Stiftung 'Pave the Way' war es, unsere internationalen Beziehungen zu benutzen, um jedes Dokument zu finden und verfügbar zu machen, das wir lokalisieren können, um es Online anzubieten und diese Information weltweit für Gelehrte zugänglich zu machen, ganz gleich ob es sich um dafür oder dagegen sprechendes Material handelt. Bisher bieten wir online über 46.000 Seiten Forschungsmaterial an, ebenso wie zahlreiche Interviews mit Augenzeugen. In Übereinstimmung mit unserer Mission versuchen wir, dieses 47 Jahre alte Hindernis zwischen Juden und Katholiken auszuräumen.“


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